Pflegefachhelferin Mandy im Interview

Pflegefachhelferin Mandy im Interview

Pflegefachhelferin Mandy: Ich mag das Familiäre im Haus der Pflege

Im Interview spricht Mandy über ihre Arbeit als Pflegefachhelferin im Haus der Pflege

Du bist Pflegefachhelferin. Wie bist du in die Pflege gekommen?

Eigentlich schon recht früh, mit 14. Meine Oma hat schon früh Demenz gekriegt. Nach der Schule bin ich immer zu ihnen und hab geschaut, ob alles okay ist. Und so passierte es auch, dass ich meiner Oma mit 14 geholfen habe, sie zu duschen.

Und mein Opa war damals fix und fertig durch die Pflegebedürftigkeit meiner Oma, aber ich bin da reingewachsen. Und dann habe ich gesagt, das will ich irgendwann machen.

Und dann hast du gleich eine Ausbildung gemacht?

Nach der Schule habe ich dann ein Praktikum bei der AWO gemacht. Und das hat mir dann überhaupt nicht gefallen, weil die AWO so riesig ist.

Dann habe ich Zierpflanzenanbau ausprobiert, aber auch das hat mir keinen Spaß gemacht und dann bin ich schwanger geworden. Danach bin ich ins BFZ (Beruf Förderzentrum) und habe von der einjährigen Ausbildung in der Pflege gehört.

Die einjährige Ausbildung zur Pflegefachhelferin ist eine schulische Ausbildung mit Praktika, oder?

Mandy: Genau. Und die habe ich zweimal gemacht, weil ich im ersten Jahr sehr krank war und ausgefallen bin. Aber seitdem arbeite ich in der Pflege.

Pflegefachhelferin Mandy
Pflegefachhelferin Mandy | Foto: Helmut Witt
Bewohnerin beim Brettspiel
Bewohnerin beim Brettspiel | Foto: Amelie Witt

Welche Aufgaben in deinem Arbeitsalltag magst du am meisten?

Mandy: Mir gefällt meine Routine. Meine Leute, die ich gut kenne und die sich immer freuen, wenn ich komme, mit denen ich mich unterhalten kann und die wirklich dankbar für uns Pflegekräfte sind und die wissen, dass es ein harter Job ist.

Wie sieht so ein Arbeitstag aus?

Also, ich komm hoch auf Station und dann mach ich meine Übergabe mit der anderen Pflegekraft. Dann machen wir unsere Wägen fertig, dann stelle ich meine Medikamente, gehe zu den Bettlägerigen und schau, dass auch alles okay ist. Und dann erledige ich die Pflege-Aufgaben.

Hast du einen Ablaufplan mit allen Aufgaben oder wie ist das geregelt?

Ja, wir haben unsere Laufpläne. Aber ich habe auch schon im Gefühl, wen ich jetzt länger schlafen lassen kann oder wo man als Ersten hinsollte, weil er oder sie unruhig ist oder aufstehen möchte. Zum Beispiel der Herr K. kommt mir früh auf Station schon mit seinem Rollstuhl entgegen.

Und auf dem Ablaufplan stehen auch meine Aufgaben: Ich muss also nicht jedes Mal wieder überlegen, was ich bei jemandem machen muss.

Und was sind die größten Herausforderungen im Arbeitsalltag?

Die größte Herausforderung ist, wenn irgendjemand einen richtig schlechten Tag hat und dann sagt „Ich will sterben“ und man es nachvollziehen kann, aber man dann sagen muss „Nein, du musst jetzt noch nicht sterben, wir sind für dich da und hier hast du ein Zuhause gefunden, hier kannst du dich fallen lassen.“ Das mit dem Sterben sagen schon viele.

Was macht dir am meisten Freude?

Mir macht am meisten Freude, dass mir so viel Vertrauen geschenkt wird, dass ich meine Schicht leiten darf und für meine Arbeit gelobt werde. Und dass mir und meiner Arbeit vertraut wird, nicht nur die Kollegen, sondern auch die Bewohner vertrauen mir. Wenn alles Hand in Hand geht, dann macht es richtig Spaß!

Was ist das Schönste am Pflegeberuf?

Es ist echt ein schöner Beruf und es ist auch anstrengend. Und es ist echt vielfältig: Nur „Hintern abputzen“ wie man es oft hört, ist es definitiv nicht.

Du bist fast alles: Putzfrau, Arzt, Seelsorgerin, Bedienung, Kindermädchen, einfach alles. Und das finde ich gut an diesem Beruf. Man kann viel selbstständig machen.

Kind mit Bewohnerin und Pflegekräften
Kind mit Bewohnerin und Pflegekräften | Foto: Amelie Witt

Gib es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist oder hast du irgendeine besonders schöne Situation?

Das schönste Erlebnis, was ich jemals hatte, war eine Bewohnerin damals auf dem beschützten Wohnbereich: Sie hatte meinen Sohn Max auf dem Schoß, als er noch recht klein war. Und sie sprach fast gar nicht mehr. Aber als sie Max sah, sagte sie: „Oh, wie süß, der kleine Mann ist so süß.“ Also da geht einem wirklich das Herz auf, was sie dabei für eine Freude hatte.

Was würdest du jemandem raten, der überlegt, in die Pflege zu gehen?

Wer sich überlegt in die Pflege zu gehen, sollte mal eine Schnupperwoche mitmachen, wo man wirklich alle Facetten des Berufs mitkriegt. In ein, zwei Tagen kann man vielleicht nur die schönen Seiten sehen. Man sollte aber alles mal sehen und dann erst entscheiden. Wir haben schon so viele gehabt, die nach ein paar Tagen sagen, „Das ist es“ und dann sagen sie nach einer Weile, „das habe ich gar nicht gedacht“ und verlassen uns wieder.

Ist Teamarbeit in der Pflege wichtig?

Teamarbeit ist A und O. Ein Beispiel: Wenn der Frühdienst nicht richtig arbeitet, dann komm ich zur Schicht und die Betten sind nass und ich muss die Betten überziehen. Oder jemand hat durch falsche Lagerung eine Druckstelle und das muss ich dann kompensieren. Die Arbeit sollte einfach Hand in Hand gehen, sonst ziehen sich die Probleme wie ein Rattenschwanz durch den Tag.

Bitte vervollständige den Satz, ich arbeite gern im Haus der Pflege, weil…

…, weil ich schon seit zehn Jahren da bin, alle Leute mich kennen, ich sie kenne und ich mag die Routine und das Familiäre. Also ihr seid echt Familie. Und ich habe euch nie schlecht gelaunt erlebt! Wenn man ins Haus der Pflege kommt, dann lächelt jeder und ist freundlich. Und über Probleme kann man immer sprechen und es wird geholfen. Ich finde das Familiäre echt gut.

Und wenn du mal nicht arbeitest, was machst du dann gerne in deiner Freizeit?

Eigentlich nur die Ruhe daheim genießen oder mal shoppen gehen. Meine Mutter ist in den Harz gezogen und da fahre ich auch gerne hin, einfach mal um nichts zu hören und zu entspannen.

Danke für das Interview!

Pflegefachhelferin im Haus der Pflege

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Hier findest du alle Infos zur Stelle als Pflegefachhelferin im Haus der Pflege.

Hier gibts noch mehr Infos zur Ausbildung.

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